Von Fotografen die Wände fotografieren…

Hallou,
heute möchte ich mal ein wenig über gewisse Eigenarten einiger Fotografen bloggen. Manchmal soll es ja vorkommen das ein Fotograf vor einer einfachen Hauswand steht und ein Foto macht. Vorbeigehende fragen sich bei sowas wohl des Öfteren: “Was zur Hölle fotografiert er da wohl.” Ja, gute Frage, was will ein Fotograf wohl mit einem Bild einer Wand wie der folgenden anfangen:

klein-4078

Was für viele das Bild der Wand eines heruntergekommenen Hauses ist, kann für den einen oder anderen Fotograf Goldwert sein. Der klassische Duplo Effekt. Denn mit diesem Bild kann ein Fotograf eine Tolle Sache machen, nämlich dazu verwenden andere Bilder aufzuwerten, ihnen eine neue Stimmung zu geben oder allgemein als Bauteil eines großen und ganzen verwenden, ohne das man später erkennen oder ahnen kann, wo der Effekt, der in einem Bild verwendet wird, seinen Ursprung hat. Ich möchte euch gerne mal ein Beispiel zeigen. Heute habe ich zum Experimentieren folgendes Bild ausgepackt:

Silent-

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier seht ihr eine einfache Studioaufnahme, thematisch könnte das eine Tänzerin sein. Das Composing besteht aus einem einfachen grauen Hintergrund, einem Spot für den Hintergrund und eine Waabe mit einer Türkisen Farbfolie um einmal Kontrast zu den roten Haaren zu bieten aber auch eine Harmonie mit den coolen Türkisen Chucks zu bilden. Im großen und ganzen ein schickes Studiobild. Eigentlich wollte ich “nur” eine andere Art der Schwarz Weiß Konvertierung mit dem Duplex Farbmodus testen. Als ich das Bild so schwarz weiß vor mir sah, kam mir der Gedanke einfach mal den Kontrast ein klein wenig raus zu nehmen, was mich an den Aged Effekt erinnerte, eine Art und weise zu bearbeiten wie sie unter anderem bei den auf Antik getrimmten Sepia Bilder verwendet wird. Um weiter Richtung antik zu gehen, fehlte mir eine nicht grade unwichtige Sache. Eine Struktur die ich über das gesamte Bild ziehen kann um den Aged Look zu verfeinern. Und da fiel mir ein: “Hey, ich hab da doch vor kurzen vor ner Wand gestanden und ein Foto gemacht :D” also habe ich mal kurz das oben gezeigte Bild der Wand in das Studiobild eingefügt, Ebene auf “Weiches Licht” Deckkraft runter und mit der Maske ein wenig das Model von der überlagerten Struktur befreit, und schon war eine Bildidee geboren:

Silent--2Zusätzlich kamen noch ein paar Brushes/Pinsel dazu und ein Schriftzug/Spruch der dem ganzen noch ein wenig mehr aussage verleit und die Interpretation des Betrachters in eine bestimmte Richtung lenken soll.

Wie ihr seht kann man mit einem einfachen Bild einer heruntergekommenen Wand doch ganz schicke Sachen machen. Das Bild hat nun eine ganz andere Wirkung.  Oftmals hat man als Fotograf nicht die Möglichkeiten eine Location zu finden oder einen Hintergrund der der Bildidee, wenn sie nicht gerade während dem Experimentieren entsteht, den richtigen Schliff verleiht. Daher kann es nicht schaden wenn man als Fotograf ab und zu mal die Kamera einpackt und einfach nur mal loszieht auf der Suche nach heruntergekommenen Hauswänden, Mauern, Bäume, Baumrinden, Pflastersteine, Diverse Holzmuster, Mamor (o.ä) usw und die zu fotografieren um sie für hier und da für Bilder als Texturen zu verwenden, denn wie ihr seht kann so eine Textur in einem Bild eingebaut, sehr sehr viel ausmachen.

Ich ermutige junge Fotografen die noch in den Anfängen stehen, ruhig mal zum Experimentieren :)

Einen schönen Abend noch und gutes Licht :)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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